Das Ludwig van Beethoven Grab
Stell dir vor, du bist einer der berühmtesten Musiker der Welt, aber nach deinem Tod lässt man dich einfach nicht in Ruhe. Genau das ist Ludwig van Beethoven passiert. Wenn du heute am Wiener Zentralfriedhof vor seinem Grab stehst, blickst du auf den Endpunkt einer ziemlich bizarren Reise. Beethoven ist nämlich ein „Zugezogener“ – und er musste erst zwei Mal aus der Erde geholt werden, bevor er hier in Simmering seine letzte Adresse fand.
Eigentlich war er 1827 in Währing begraben worden, aber die Stadt Wien hatte Ende des 19. Jahrhunderts ein Problem: Ihr neuer Zentralfriedhof war so riesig und abgelegen, dass niemand dort liegen wollte. Um den Friedhof „sexy“ zu machen, startete man eine Art PR-Aktion mit den Toten: Man holte die Superstars wie Beethoven und Schubert einfach von ihren alten Friedhöfen ab und siedelte sie nach Simmering um. Wer also heute vor dem grauen Obelisken mit der goldenen Lyra steht, besucht nicht nur ein Grab, sondern das Ergebnis eines der erfolgreichsten Marketing-Coups der Wiener Stadtgeschichte.

Die Symbole am Stein: Schlange, Lyra und Schmetterling
Der Grabstein ist ein grauer Obelisk, der auf einem massiven Sockel steht. Er ist eine exakte Kopie des Originals aus Währing und wurde von Ferdinand Schubert entworfen. Wenn du genau hinschaust, entdeckst du diese Details: Ganz oben steht schlicht sein Name in Gold. Darunter siehst du eine Lyra, das Symbol für die Musik. Besonders interessant sind die kleinen Bilder: Eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt (ein Ouroboros), steht für die Unendlichkeit seiner Kunst. Der Schmetterling darüber symbolisiert die Seele, die nach dem Tod den Körper verlässt.
Kurioses und Wissenswertes für den Besuch
Eine Sache, die viele Besucher erst mal wundert, ist der dunkle Rindenmulch direkt vor dem Grab. Das ist eine Maßnahme der Friedhofsverwaltung: Weil jedes Jahr tausende Fans für Fotos ganz nah an den Stein herantreten, würde dort kein Halm Gras überleben. Damit es nicht nach Matsch und Baustelle aussieht, schüttet man dort regelmäßig frischen Mulch auf. Und falls du dich fragst, ob er dort „komplett“ liegt: Wahrscheinlich nicht. Teile seines Schädels sind bei den früheren Ausgrabungen verschwunden und finden sich heute in verschiedenen Sammlungen weltweit.
Warum das Grab bis heute Menschen fasziniert
Es ist schon ein besonderes Erlebnis, dort zu stehen. Man sieht oft kleine Zettel oder Blumen, die Fans dort hinterlassen – manchmal sogar Notenblätter. Besonders für Besucher aus Asien ist das Grab eine Sehenswürdigkeit, da Beethoven dort fast wie ein Heiliger verehrt wird. Es ist ein Ort, an dem man merkt, dass großartige Musik die Jahrhunderte überdauert, auch wenn der Mensch dahinter schon lange nicht mehr da ist.
Wenn man an Beethoven denkt, haben die meisten sofort das berühmte Bild des grimmigen Genies mit der wilden Mähne im Kopf. Aber sein Ruf stützt sich vor allem auf ein paar ganz konkrete Dinge, die ihn zum wohl bekanntesten Komponisten aller Zeiten gemacht haben. Kaum ein Mensch auf diesem Planeten kennt die ersten vier Töne seiner 5. Sinfonie nicht: „Ta-ta-ta-taa“. Beethoven hat damit etwas geschafft, was man heute eine zeitlose Melodie nennen würde. Beethoven ist auch der Schöpfer der „Ode an die Freude“ aus seiner 9. Sinfonie. Dass er am Ende einer rein orchestralen Sinfonie plötzlich einen riesigen Chor singen ließ, war damals eine absolute Sensation. Heute ist diese Melodie die offizielle Europahymne.
Es ist die tragischste und zugleich beeindruckendste Geschichte der Musikgeschichte: Beethoven wurde schon mit Ende 20 schwerhörig und war am Ende seines Lebens völlig taub. Dass er seine komplexesten und größten Werke geschrieben hat, ohne jemals einen einzigen Ton davon physisch zu hören, grenzt für viele an ein Wunder. Er hörte die Musik ausschließlich in seiner Vorstellung – eine Leistung, die ihn für viele zum ultimativen Symbol für menschliche Willenskraft macht.
Wo genau ist das Ludwig van Beethoven Grab?
Am besten nimmst du den Haupteingang bei Tor 2. Von dort läufst du einfach die große Allee entlang Richtung der Karl-Borromäus-Kirche mit der blauen Kuppel. Ungefähr auf halber Strecke musst du links schauen – dort liegt die Gruppe 32A, auch „Komponistengruppe“ genannt. Beethovens Grab hat die Nummer 29. Er liegt dort in bester Gesellschaft: Direkt daneben ist das Franz Schubert Grab. Das ist kein Zufall: Schubert war ein riesiger Fan von Beethoven und äußerte auf seinem Sterbebett den Wunsch, in der Nähe seines Idols begraben zu werden.
DIE GRÄBER DER PROMIS
Die Ehrengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof sind vielbesucht – das Ludwig van Beethoven Grab ist eines davon. Rund 950 Ehrengräber gibt es auf diesem historischen Friedhof, die prominente Persönlichkeiten aus verschiedensten Bereichen wie Musik, Theater, Film und Politik ehren. Besonders in den Bereichen Bühne und Film finden sich viele Gräber von Menschen, die mit ihrer Kunst und ihrem Talent die Wiener und internationale Kulturszene geprägt haben.
–> das sind die bekanntesten Ehrengräber
Weiterführende Links
- direkt daneben liegt das Denkmal für das Mozart Grab
- nicht weit – das Udo Jürgens Grab
- das sind die Zentralfriedhof Öffnungszeiten
- so ist es mit dem Zentralfriedhof Eintritt

