Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus

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Die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus

Die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus im Zentralfriedhof Wien ist ein Meisterwerk des Wiener Jugendstils von Max Hegele. Sie besitzt eine mächtige Kuppel und im Inneren die besondere “TEMPUS FUGIT”-Inschrift auf den Uhren. Die Kirche ist die letzte Ruhestätte des ehemaligen Bürgermeisters Karl Lueger, daher wird sie auch Luegerkirche genannt.

Wenn du am Zentralfriedhof bist, kannst du sie eigentlich gar nicht verpassen. Die Kirche am Ende der großen Hauptallee ist der absolute Fixpunkt auf dem Gelände. Offiziell heißt sie Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus, aber die meisten Wiener sagen einfach „Luegerkirche“ zu ihr. Sie ist eines der wichtigsten Jugendstil-Bauwerke der Stadt und sieht mit ihren weißen Wänden und goldenen Details auch heute noch richtig modern aus.

Gebaut wurde das Ganze zwischen 1908 und 1911 von Max Hegele. Er war ein Schüler von Otto Wagner. Der Bau der Kirche folgte einem ausgeschriebenen Wettbewerb, der ein Bauwerk forderte, das “den gesamten Zentralfriedhof beherrschen” sollte. Die riesige, blau-grüne Kuppel ragt 60 Meter hoch. Die Kirche ist bewusst am Ende der Hauptachse des Friedhofs platziert und wird durch eine gerade Straße vom Haupttor her in Szene gesetzt. Es ist eine beeindruckende römisch-katholische Kirche. Sie zählt zu den bedeutendsten Jugendstil-Kirchen in Österreich.

Die Gestaltung nimmt Anleihen bei historischen Bauten wie dem Petersdom in Rom und der Karlskirche in Wien, interpretiert diese aber konsequent im Geiste des modernen Jugendstils. Hegele konzipierte die Kirche als ein Gesamtkunstwerk, das sich intensiv mit den Themen Vergänglichkeit, Tod und Ewigkeit auseinandersetzt. Im Inneren der Kuppel war ursprünglich ein dichter Sternenhimmel aus Goldglas auf dunkelblauem Grund gestaltet, der jedoch durch einen Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Wiederherstellung in den 1950er Jahren ersetzte ihn durch Symbole der vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde). Wenn du reingehst, merkst du sofort, dass hier Profis am Werk waren. Das Licht fällt durch riesige Mosaikfenster und sorgt für eine ganz eigene Stimmung.

  • Der Blick nach oben: In der Kuppel siehst du Symbole für die vier Elemente.
  • Das Altarbild: Über dem Altar ist Lueger im Sterbehemd abgebildet, wie er vor Jesus kniet. Das zeigt ganz gut, wie extrem der Mann damals verehrt wurde.

Das mit dem „Tempus Fugit“ ist wirklich eines dieser Details, die man beim ersten Mal total leicht übersieht, wenn man nur auf die riesige Kuppel starrt. Aber gerade das macht den Charme der Kirche aus. Du musst den Kopf in den Nacken legen und dir die vier Turmuhren der Kirche anschauen. Normalerweise erwartet man dort ja römische oder arabische Ziffern von 1 bis 12. Statt der Zahlen hat der Architekt Max Hegele dort Buchstaben eingesetzt. Wenn du bei der Position der „1“ startest und im Uhrzeigersinn einmal rundherum liest, ergibt das: T – E – M – P – U – S – F – U – G – I – T. An der Stelle, wo eigentlich die 12 stehen sollte, ist ein kleines Kreuz abgebildet. Der lateinische Spruch bedeutet übersetzt „Die Zeit flieht“ (oder auch „Die Zeit vergeht wie im Flug“).

Sehenswert in der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus

Markante Kirche auf dem Zentralfriedhof Wien
Markante Kirche auf dem Zentralfriedhof Wien

Die Karl-Borromäus-Kirche ist nicht einfach nur ein großer Bau, sondern steckt voller künstlerischer Details, für die Max Hegele die besten Leute seiner Zeit geholt hat. Schon beim Reingehen fallen einem die Engelpaare an den Portalen auf, die von Carl Wollek und Theodor Charlemont stammen. Wenn man das Gebäude umrundet, trifft man an der Ost- und Westseite auf die vier Evangelisten: Johannes, Lukas, Matthäus und Markus wurden von vier verschiedenen Bildhauern (Heu, Schimkowitz, Breitner und Kaan) jeweils ganz individuell gestaltet.

Auch drinnen geht es beeindruckend weiter. Im linken Kreuzschiff findet man ein bewegendes Wandrelief von Jakob Gruber, das die Auferstehung der Tochter des Jairus zeigt. Schon in der Vorhalle wird man mit den großen Themen der Menschheit konfrontiert: Georg Leisek hat dort die Vertreibung aus dem Paradies verewigt, während Hans Rathausky die Trauer um Abel darstellte.

Besonders das Licht in der Kirche ist etwas Besonderes, was wir vor allem Leopold Forstner zu verdanken haben. Er hat nicht nur die prächtigen Glasfenster und Wandmosaike entworfen, sondern auch das monumentale Bild vom Jüngsten Gericht direkt über dem Hochaltar geschaffen.

TIPP DES AUTORS
Uns hat der prächtige Kuppelbau an das feudale Museum auf dem Montjuic in Barcelona erinnert. Solltest du einmal in Barcelona sein, empfehle ich dir auch einen Besuch in der Kirche auf dem Tibidabo. Sehr sehr sehenswert!

Wo genau ist die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus?

Du findest die Friedenskirche unter der Adresse Simmeringer Hauptstraße 234 im 11. Bezirk in Wien. Wenn du auf dem Friedhofsgelände bist, kannst du sie eigentlich gar nicht verfehlen: Sie steht direkt am Ende der großen Hauptallee. Am besten nimmst du das Tor 2 (den Haupteingang). Von dort aus läufst du einfach immer geradeaus – nach etwa 5 bis 10 Minuten stehst du direkt vor dem beeindruckenden Bauwerk. –> so geht die Anfahrt mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln

Weiterführende Links

Die häufigsten Fragen

Wo ist die Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus?

Die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus, auch bekannt als Karl-Borromäus-Kirche, befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof im 11. Gemeindebezirk, Simmering, in Wien, Österreich. Der Zentralfriedhof ist einer der größten Friedhöfe der Welt und die Kirche liegt zentral auf diesem Friedhofsgelände. Sie ist ein herausragendes architektonisches und kulturelles Denkmal und zieht aufgrund ihrer Schönheit und ihres künstlerischen Wertes viele Besucher an.

Was ist das Besondere an der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus?

Besucher der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus haben die Möglichkeit, verschiedene künstlerische und architektonische Merkmale zu bewundern:
Architektonischer Stil: Die Kirche repräsentiert den Jugendstil mit ägyptischen Einflüssen.
Kunstvolle Details: Die Innenräume der Kirche sind reich an künstlerischen Elementen. Besucher können die beeindruckenden Glasfenster, Wandmosaike und Reliefs bewundern.
Turmuhren: Eine interessante Besonderheit sind die Turmuhren mit Zifferblättern, auf denen anstelle von Zahlen Buchstaben angebracht sind. Diese Buchstaben ergeben die lateinische Phrase “TEMPUS FUGIT” (Die Zeit vergeht), wenn sie im Uhrzeigersinn gelesen werden.

Warum heißt die Kirche „Luegerkirche“?

Offiziell ist sie dem Heiligen Karl Borromäus geweiht. Da der ehemalige Wiener Bürgermeister Karl Lueger aber den Grundstein legte und die Kirche kurz nach seinem Tod als sein „Gedächtnisbau“ fertiggestellt wurde, hat sich im Volksmund der Name Luegerkirche durchgesetzt.

Welche Namen hatte diese Kirche früher?

Die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus, die sich auf dem Wiener Zentralfriedhof im 11. Gemeindebezirk, Simmering, befindet, hatte früher den Namen “Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche”. Dieser Name war eine Erinnerung an Karl Lueger, der ein ehemaliger Bürgermeister von Wien war und eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Stadt spielte. Seine sterblichen Überreste wurden unter dem Hochaltar der Kirche beigesetzt, was zu ihrer ursprünglichen Benennung führte.
Später, nach Renovierungsarbeiten und einer Wiedereröffnung zwischen 1995 und 2000, erhielt die Kirche ihren aktuellen Namen “Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus”.

Muß man für die Kirche Eintritt bezahlen?

Der Eintritt in die Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus auf dem Wiener Zentralfriedhof ist kostenlos. Als öffentliches Gotteshaus ist der Zugang für Besucher frei.

Liegen die Bundespräsidenten in der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus?

Das ist ein häufiger Irrtum. Die österreichischen Bundespräsidenten liegen nicht in der Kirche, sondern in der Präsidentengruft direkt davor. Wenn du auf der Treppe stehst und Richtung Haupttor schaust, liegt die Anlage direkt vor dir im Boden.

Welche spirituellen Sehenswürdigkeiten gibt es noch in Europa?

Montserrat: Montserrat ist eine spirituelle Sehenswürdigkeit, ein Kloster inmitten atemberaubender Berglandschaften. Die Stätte ist für ihre Schwarze Madonna Statue bekannt. Montserrat Barcelona
Kloster Weltenburg: Das Kloster Weltenburg hat die älteste Klosterbrauerei der Welt. Neben seiner Brautradition ist das Kloster aufgrund der Lage am Donaudurchbruch bekannt. Kloster Weltenburg
Partnachklamm: In der Partnachklamm steht eine Marienstatue. Ein spiritueller Rückzugsort mitten in den Felsen. Partnachklamm
Reschensee: Der Reschensee ist bekannt für seinen im See versunkenen Kirchturm. Der versunkene Kirchturm erinnert an das Dorf, das einst hier stand und nun unter dem Stausee liegt. Reschensee
Schwarzachklamm: In einer Höhle in der Schwarzachklamm hielt der schwedische König einst eine Messe ab. Schwarzachklamm
Hallstatt: Das Beinhaus in Hallstatt am Hallstätter See beherbergt eine Sammlung von kunstvoll verzierten Schädeln und Knochen. Hallstätter See
Steinerne Brücke Regensburg: Die Steinerne Brücke in Regensburg, in der Nähe des berühmten Regensburger Doms überquert die Donau und bietet einen Panoramablick auf die Stadt und ihre religiösen Wahrzeichen. Steinerne Brücke Regensburg

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